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Frits van der Gragt widmet sich seit Jahrzehnten seinem großen Hobby Schienenverkehr. Beruflich war er ab 1957 ausgerechnet für einen großen französischen Reifenhersteller in den Niederlanden tätig, ab 1972 als Verkaufsleiter; 1986 ging er in den (Un-)Ruhestand.

In seinem Heimatland, den Niederlanden, kennt ihn fast jeder Schienenverkehrsfreund. Von 1965 bis 1982 war er im Vorstand des großen niederländischen Amateurverbandes, der NVBS (Nederlandse Vereniging van Belangstellenden in het Spoor- en Tramwegwezen), anfangs als 2. Vorsitzender, in den letzten Jahren als 1. Vorsitzender. Er organisierte zwei runde NVBS-Jubiläen, zunächst zum 50-jährigen Bestehen 1981 eine Straßenbahn-Parade in Amsterdam mit 22 Zügen sowie eine Dampflokparade in Amersfoort mit 13 Lokomotiven. Für das NVBS-Jubiläum 1991 wurde er noch einmal in den Vorstand berufen und stellte eine Straßenbahn-Parade mit 26 Zügen und eine Dampf-Parade mit 25 Loks auf die Beine, die beide in Amsterdam stattfanden.

Neben seinem Engagement für die NVBS war er ab 1968 aktiv beim Aufbau der Museumseisenbahn Hoorn-Medemblik dabei, u.a. von 1972 bis 1981 als Dampflokführer. Seit 1992 ist er Vorsitzender der dortigen Museumsstiftung, die den größten Teil des Rollmaterials der Museumsbahn und die Akten der Bahn besitzt und verwaltet; bis heute tut er im Sommer regelmäßig als Zugführer Dienst. In den Niederlanden sind die Hobbys „Eisenbahn“ und „Straßenbahn“ längst nicht so strikt getrennt wie in Deutschland, und so ist es kein Wunder, daß Frits auch bei der Amsterdamer Museumsstraßenbahn dabei war - seit 1988 stand er dort regelmäßig an der Kurbel der historischen Tramwagen. Übrigens konnte man ihn auch als Fahrer im Amsterdamer Linienverkehr erleben, von 1998 bis 2000 regelmäßig, bis heute noch gelegentlich.

Auch publizistisch trat er an die Öffentlichkeit. 1968 erschien sein Buch „Europe‘s Greatest Tramway Network“ über die Straßenbahnen an Rhein und Ruhr, 1972 folgte „Moderne Straßenbahnen“ und 1983 der Bildband „Gute alte Tram“. Seither gab es eine größere Pause, aber nur hinsichtlich der Buchveröffentlichungen, denn 1986 übernahm Frits van der Gragt den Posten des Chefredakteurs der NVBS-Monatszeitschrift „Op de Rails“ - ein Amt, das ihm bis heute sehr viel Zeit und Arbeit abverlangt. Als echter Weltbürger ist er zwischen den Redaktionsterminen oft auf Reisen rund um den Globus - es gibt wohl kaum einen Straßenbahnbetrieb auf der Welt, den er nicht kennt.

Frits van der Gragt lebt in Amsterdam, nicht weit von seinen beiden Kindern und vier Enkeln.

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